Kaskadierte FritzBoxen und Faxen

Endlich mal eine sinnvolle Anwendung für IP-Telefonie!

Auf die Idee zu meinem aktuellen Bastelprojekt bin ich durch den Bericht „FritzBox ausreizen“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift c’t gekommen. Dort wird beschrieben, wie man über VPN zwei FritzBoxen miteinander verbindet, um damit eine Telefonnummer an mehreren Anschlüssen erreichbar zu machen. Ich habe mir gedacht, in meinem Fall hilft das bestimmt auch. Ich habe das Problem, dass ich zu meinem Büro nur eine Netzwerkleitung liegen habe, da dies eigentlich mal ein Gästezimmer werden sollte. Zum Faxen musste ich bisher immer in den Keller gehen.

Ich hatte noch ein altes Speedport W503V im Keller liegen, dessen DSL-Anschluss scheinbar nicht mehr funktioniert. Ich habe dann mit Hilfe der darauf eine aktuelle Version der Fritz-Software (7270) installiert (Anleitung dazu im IP-Phone-Forum).

Danach habe ich folgendes in der FritzBox 7390 (für meinen Internetzugang) eingestellt. Zuerst habe ich über „Telefoniegeräte“, „Neues Gerät hinzufügen“ ein LAN-Telefon hinzugefügt. Die interne Rufnummer und das Passwort habe ich mir notiert.

fritzbox-fon-weiterleitung1

In der dahinter geschalteten Box (bei mir Speedport W503V mit FritzBox-Software) habe ich unter Zugangsdaten es so eingerichtet, dass die 2. FritzBox von der ersten eine IP-Adresse bekommt und der Interzugang über LAN 1 läuft.
Unter „Telefonie“ – „Internettelefonie“ „Neue Internetrufnummer“ habe ich folgende Daten eingetragen:

fritzbox-fon-weiterleitung2

Danach war die Rufnummer sofort registriert. Leider hat das Faxen nicht funktioniert, denn ich musste noch unter „Internettelefonie“-„Erweiterte Einstellungen“ noch 2 Einstellungen ändern:

  1. immer Sprachkodierung mit Festnetzqualität verwenden

  2. Telefaxübertragung auch mit T.38 deaktivieren

Und schon ging’s. Wie stabil das ganze ist, werde ich noch berichten.

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Deutsche Telekom und IP-Telefonie

Was ist IP-Telefonie?

IP-Telefonie ist ein anderer Begriff für das, was ein Techniker unter „Internet-Telefonie“ versteht. Die bisherige Telefonie (ananlog oder ISDN) soll bis 2018 im Netz der Telekom durch IP-Telefonie ersetzt werden. Weitere Infos bei wikipedia.

Dabei gibt es Vorteile und Nachteile:

Zu den Vorteilen gehört auf jeden Fall die (häufig) bessere Sprachqualität- ich weiss, die Vertriebsmitarbeiter der Telekommunikationsfirmen nennen eine bessere Sprachqualität, aber ich kann keine Verbesserung zu meinem bisherigen ISDN-Anschluss feststellen, aber auch keine Verschlechterung.
Die Probleme der Anfangszeit der IP-Telefonie mit Hall, Echos, Verbindungsabbrüchen, falschen Verbindungen u.ä. scheinen nicht mehr aufzutreten.

Auch ist es nun möglich, zumindest theoretisch, einen Telefonanschluss überall mit hinzunehmen (mit dem Smartphone) oder eine Nummer an einem ganz anderen Anschluss einzurichten usw.

Die Nachteile sind aber nicht zu verschweigen:
Der Anschluss muss schnell genug sein, um gleichzeitiges surfen und telefonieren zu ermöglichen- es läuft jetzt eben alles über diesselbe Datenverbindung. Durch Ausprobieren an mehreren Anschlüssen haben wir folgendes festgestellt: Anschlüsse mit weniger als 6000kbit/s eignen sich nur bedingt zum gleichzeitigen telefonieren und surfen, je schneller, desto besser (=desto mehr gleichzeitige Gespräche). Wer also einen wesentlich langsameren Anschluss hat, braucht sich nicht zu wundern, warum die Sprachqualität sinkt, wenn die Kinder wieder irgendetwas aus dem Internet „saugen“, mal wieder online spielen oder sich einen Film (im Internet) anschauen.

Faxen wird zur Glückssache (zumindest bei der Telekom). Mal funktioniert es, mal nicht. Grundsätzlich gilt: Je weniger Seiten (oder je weniger Bilder), desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert!

Andere Dienste, wie z.B. Notrufsysteme können funktionieren – oder halt auch nicht. Was definitv nicht funktioniert, sind ISDN-Datenkanaldienste.