Twike – DIE Antwort auf regionale Mobilität (2/2)

IMG_20190209_154220kleinWährend der Probefahrt von Twike 3 und 4 konnte ich bereits einiges zur Technik des Twike erfahren. Nach den Probefahrten, die bestimmt insgesamt mindestens 30 Minuten dauerten, bat uns Herr Moescheid noch in sein „Büro“ um uns noch „ein paar Details“ zu erklären.

Sein „Büro“ war eine Etage oberhalb des Ausstellungsraumes, der selbst schon beeindruckend war. Die kompletten Gebäude sind energetisch rein rechnerisch Plusenergiegebäude, das heisst, dass sie mehr Energie (durch die Sonne) „erzeugen“, als sie „verbrauchen“. Zudem wurde auf den Einsatz ökologischer Baumaterialien geachtet- viel Holz ist sichtbar. Und es war nicht „sein“ Büro, sondern das des kompletten Teams. Darin untergebracht: Mehrere PC-Arbeitsplätze (es arbeiten dort 5 Personen), eine große Besprechungsrunde, ein Pappmodell des Twike 5 in Originalgröße, eine Küche, ein Einzelteilelager.

Aus dem Gespräch über ein paar Details wurden ca 2,5h, weil ich immer wieder Nachfragen hatte. Außerdem wollte ich nicht, dass Herr Moescheid seine Zeit mit uns „verplempert“, ohne dass er etwas davon hat. Ich habe ihm ein paar Anregungen außerhalb seines Fachgebietes noch gegeben, weil ich finde, dass das Twike noch viel zu unbekannt ist. Alleine die Tatsache, dass es einen Fahrzeugbauer innerhalb Akkureichweite gibt, verdient Unterstützung. Wenn dann auch noch ein solch geniales Fahrzeug dabei herauskommt, finde ich dies auf jeden Fall unterstützenswert.

Was uns beiden bei dem Gespräch aufgefallen ist: Herr Moescheid ist nicht „verkäuferfreundlich“, sondern steht mit seiner Überzeugung voll und ganz hinter seinem Produkt, hat uns dabei aber nie versucht zu einem Kauf zu manipulieren oder gar seine Meinung bzgl. Ökologie aufzudrängen. Das Gespräch war geprägt von dem Austausch von Fachwissen auf dem jeweiligen Fachgebiet. Ich habe es sehr genossen, seinen Ausführen zum Twike 5 zu lauschen und habe dann erst bemerkt, wie komplex tatsächlich die Entwicklung eines so vermeindlich einfachen Produktes wie ein Elektroauto ist. Außerdem mochte mich auch seine Hündin sehr…

Hier ein paar Auszüge der Informationen, an die ich mich erinnern kann:

  • die Akkus sind die gleichen, die auch im Tesla eingebaut werden
  • die Leistungen der Elektromotoren sind nicht vergleichbar (in der PS-Zahl) mit denen der Diesel- bzw Benzin-Motoren.
  • die Reichweite des Twike 5 kann – je nach Akku-Ausbau- bis zu 500km sein
  • die maximale Geschwindigkeit des Twike 5 kann mit 3 Akkus 190km/h betragen
  • trotzdem wird er auf Grund des speziellen Fahrwerks und des niedrigen Schwerpunktes sehr spurstabil sein, auch bei hohen Geschwindigkeiten
  • alle verwendete Teile sind Standard-Auto oder -Motorradteile, sodass auch Werkstätten Vor-Ort (Hallo Detlev und Bernd!)  die Reparaturen vornehmen können
  • es wird auch wieder den „menschlichen“ Zusatzantrieb geben

Wir haben dann auch über Preise gesprochen. Dadurch, dass jedes Twike 3 ein Unikat ist – jedes wird Einzeln gebaut, ist die Kalkulation antürlich eine andere wie bei anderen Fahrzeugen. Es gibt auch keine Preisliste, an der man sich orientieren kann.

Die Preise des Twike 5 werden bei 30.000 Euro starten (ohne Akku). Das klingt jetzt erst einmal viel, aber neue Polos gibt es auch erst ab 15-16.000 Euro- und in diese Klasse würde ich ein Twike definitv zählen.
Außerdem hat es die Zulassung eines Elektroleichtfahrzeuges (sowhl das 3er als auch das 5er), damit kann es schon von Personen ab 16 Jahren gefahren werden, sind bei Neuzulassung mehrere Jahre steuerfrei und dann kommen ja noch die geringeren Kosten für das Tanken.

Letzteren Punkt habe ich mal nachgerechnet: Wenn ich mit meinem Touran zwischen Aue und Lennestadt „dieseln“ würde, wären das Kosten von 4,07€- mit einem Twike selbst unter den schlimmsten Bedingungen (Akku wäre komplett leer, sobald ich die Garange befahre)- gerade mal 0,50€- mit Muskelkraft könnte ich dann sogar noch billiger fahren.

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Zwei weitere Pluspunkte: Die Steuern für Elektroleichtfahrzeuge sind natürlich niedriger als für „normale“ Autos- und das nicht zu knapp. Ich habe mal nachgeschlagen: Haftpflichtbeitrag für Leicht-KfZ sind zwischen 50 und 150€, Teilkasko zwischen 60 und 120€ – wohlgemerkt, pro Jahr!

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Speziell füt Twike spricht ausserdem noch die Langlebigkeit. Es gibt jetzt Fahrzeuge, die schon 20 Jahre oder älter sind und trotzdem noch sehr gut fahren. Natürlich ist nach 20 Jahren der Akku ausgelutscht, aber fahren kann man trotzdem noch (oder den Akku tauschen). (Vielleicht nochmal ein Thema aus der Praxis: Ich habe in meiner Zeit als Betriebselektriker Elektromotoren gesehen, die schon älter als 60 Jahre waren und immer noch Ihre Aufgabe erfüllen konnten. An einem Elektromotor ist nicht viel Vergang.)

Auch wenn ich mir noch den Twizy mal anschauen möchte, steht für mich schon fest: Mein nächstes Auto wird ein Twike. Welcher genau, da bin ich mir nicht sicher. Sicher ist nur, dass meine Reise mit Twike hier noch nicht zu Ende sein wird.

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Und wer immer über die Akkuherstellung von Elektroautos unkt (Abbau der Rohstoffe, Haltbarkeit), kann ich nur sagen: Auch der Abbau der fossilen Brennstoffe ist ökologisch noch fragwürdiger. Auch das Altern der Akkus ist nicht mehr so das Problem wie früher.

Twike – DIE Antwort auf regionale Mobilität (1/2)

Wie in dem Artikel gestern schon angekündigt kommt heute der zweite Artikel der Serie Mobilität in der Zukunft heraus.
Am Samstag, den 09.02.2019 waren wir zur „Profahrt“ im mittelhessischen Rosenthal beim Hersteller- und was soll ich sagen, ich bin vollends begeistert…

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CeBIT Nachlese 4 – Was ist denn clicc?

Hallo,

Heute wieder mal etwas von der CeBIT, auch wenn es etwas länger her ist.

In der fast leeren Innovationshalle haben wir noch ein Produkt gefunden, was auf den ersten Blick sehr vielversprechend ist: clicc.de -nach Aussage des Herstellers der kleinste USB-Solarlader der Welt.
Heute hatte ich mal Zeit, die technischen Daten etwas genauer zu lesen. Dort heisst es:

Nennleistung von  etwa 0,17 Watt

und noch weiter

lädt mit durchschnittlich 500mA

Problem dabei: die aktuellen Smartphones brauchen einen Ladestrom, der wesentlich höher liegt. Meistens weit mehr als 1000mA = 1A. Außerdem lassen sich damit USB-Geräte nicht direkt laden, sondern es wird erst der intere Akku geladen und dann erst das Gerät. Sinn macht sowas vielleicht als Ersatzstromversorgung für einen Raspberry Pi, aber nicht zum Laden von Smartphones.

Aber es gibt ja noch weitere Produkte auf der Homepage. Interessant für den Ausflug ins Grüne mit fehlendem Stromanschluss oder den Durch-den-Wald-Urlaub ohne Strom ist das Produkt Wing6 – das ist ein aufklappbarer „Koffer“ mit 2 großen Solarmodulen. Damit lassen sich dauerhaft Raspberry Pis oder ein Smartphone betreiben. Auch der Preis mit 99 Euro ist ok. Die technischen Daten sind vielversprechend.

Wie halten Elektrogeräte möglichst lange?

Gestern habe ich bei mir im Büro und in der Waschküche Steckdosen angeschlossen,  dabei ist mir die Idee zu diesem Artikel gekommen.
Ich muss dazu sagen,  ich bin gelernter Elektriker (genauer Energieelektroniker Fachrichtung Betriebstechnik).
Viele Leute ärgern sich darüber,  dass Ihre Elektrogeräte viel zu kurz halten oder viel kürzer als früher. Nun,  den Eindruck habe ich ehrlich gesagt nicht,  ich habe aber viele Fehler gesehen, die sich einfach vermeiden lassen- und schon laufen die Geräte besser oder länger.
1. Qualität der Geräte
Darüber habe ich schon früher geschrieben- speziell,  was PCs und Laptops betrifft. Ich fasse mich hier etwas allgemeiner.
Es gibt immer Gerät,  die speziell für den Wegwerf-Markt hergestellt worden sind.  Diese sollen schnell kaputt gehen.  Meistens lassen sich diese am Preis erkennen.  Wenn der Preis nicht plausibel ist (z. B. Toaster,  Kaffeemaschine und Wasserkocher für 9,99 Euro) sollte man davon Abstand gewinnen. Auch die Qualität und Dicke der Anschlussleitung sind immer ein wichtiger Punkt. Grundsätzlich gilt: je dicker, desto besser. Auch sollte man auf Hinweise achten, z. B. In der Bedienungsanleitung, dass Geräte nur 15 Minuten zu betreiben sind, und danach müssen diese eine Pause einlegen… Scharfe Kanten, stinkender Kunststoff sind auch ein Graus (wir haben übrigens einen Edelstahlwasserkocher). Auch habe ich mich sehr lange damit beschäftigt, welchen Fernseher wir kaufen wollten. Es ist meistens ein Kompromiss, aber dann hat man auch lange davon.
2. Die elektrische Einrichtung
Ich habe schon jede Menge Seminare in meinem Leben gegeben, von vielen Anlagen gehört und sowohl in echt als auch auf Bildern gesehen. Ich stelle jetzt mal eine These auf: es gibt keine elektrische Anlage, die keinen Fehler enthält. Aus meiner Zeit, in der ich mich mit Hausinstallationen beschäftigt habe bzw wurde, habe ich festgestellt, dass in Häusern, in denen häufig Geräte kaputt gingen, eigentlich fast immer die Ursache in der elektrischen Anlage oder dem Energieversorgungsnetz zu finden waren. Entweder ist die Spannung zu hoch oder zu niedrig, manchmal sind auch so große Störungen im Netz, dass davon Geräte zerstört werden (Stichwort Transienten).
Wenn man den Eindruck hat, dass zu Hause zu viele Geräte zu schnell kaputt gehen, ist guten Rat teuer, denn die Fehlerursache zu finden, gleicht dem Suchen im Heuhaufen. Um seinen Elektriker des Vertrauens die Arbeit zu erleichtern (und nicht den eigenen Geldbeutel), hilft eine kleine Liste: Einfach folgende Dinge notieren: Datum, Uhrzeit, Art des Defektes, welche Geräte waren alle eingeschaltet, Wetterbedingungen.
Dies scheint alles seltsam zu sein, jedoch macht die Liste Sinn, da jetzt relativ einfach ein Muster zu erkennen ist. Einfach mal ausprobieren – aber konsequent!

3. Die Geräte schonen
Wenn man ein Gerät nicht benötigt, sollte es ausgeschaltet werden, nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch, weil es dann länger hält. Da heute die Geräte keinen richtigen Ausschalter mehr haben, hilft es, nach dem Schalten in den Stand-By-Modus den Stecker zu ziehen oder eine Steckdosenleiste mit Schalter zu kaufen. Für diese Steckdosenleiste gilt auch wieder: Wer billig kauft, kauft zweimal- lieber 15 Euro investieren, dann gibt es auch die mit abgesetzten Schalter, und man muss nicht den Schrank wegrücken zum Aus- und Einschalten.
Überspannungsschutz in solchen Leisten in eher sinnlos, aber das erkläre ich ein anderes Mal.